Nur ein Trend oder echte Bewegung? Sober Raves & Dry January in Dresden

Wir alle kennen es: Nach den Weihnachtsfeiertagen und dem Jahreswechsel sind wir mehr als nur vom Essen gesättigt. Man fährt nach Hause zur Familie, diskutiert übers Gendern, Politik und Nachwuchs, trifft sich zu späterer Stunde noch mit den Dorfatzen und Schulfreunden, um Dampf abzulassen und in Erinnerungen zu schwelgen. Das ist eine ganze Menge Input. Nicht unüblich, dass da gerne mal einer mehr eingeschenkt wird oder auch mal das ein oder andere Teil fliegt. Viele nutzen den Januar deshalb, um wieder klarzukommen. Dry January heißt die Devise: Kein Alkohol, keine Drogen – ein kompletter Reset für den Körper.

Schwarz-weiß Fotografie einer dichten Menschenmenge in einer dunklen Industriehalle. Von der Bühne im Hintergrund gehen helle, fächerförmige Lichtstrahlen aus, die den Dunst im Raum durchschneiden und die Silhouetten des Publikums hervorheben.

Nüchterne Ekstase

Was in vielen anderen Metropolen bereits etabliert ist, erscheint uns hier in Dresden noch nicht ganz greifbar: Sober Raves! Hier geht es um die pure Ekstase, die Musik, Soundsysteme, sowie Licht und Tanz – ganz ohne Einfluss bewusstseinsverändernder Substanzen. Oft kombiniert mit vorheriger Meditation oder Achtsamkeitstrainung, fördern Sober Raves das bewusste Kennenlernen der Party-Community. Statt Bier und Shots gibt es eine große Auswahl an besonderen Softdrinks, verschiedensten Mocktails oder sogar Proteindrinks für die Pumper unter uns.

Könnt ihr euch so eine Veranstaltung vorstellen und viel wichtiger: würdet ihr hingehen?

Influencer als Vorbilder für substanzfreies Feiern

Viele Influencer sorgen auf Social Media für mehr Aufmerksamkeit und bewegen ihre Community zum substanzfreien Feiern und bewussten Verzicht. Charleen Herzig und Paraçek machen es vor! Während Charleen generell ganz ohne ballern feiert, startete Paraçek im November seine persönliche 60-Tage-Challenge ohne Rauchen und Konsum und holte damit viele Follower ab. Getreu dem Motto „wenn der DJ sober auflegen kann, könnt ihr auch sober raven“! Und, könnt ihr?

Die Herausforderung für Veranstalter*innen im Januar

Der Dry January ist der Monat des Detox. Viele Menschen machen es sich zur persönlichen Challenge und verzichten zusätzlich beispielsweise auch auf Zucker, Koffein, soziale Medien oder eben Partys. Events im Januar sind in Dresden (und sicher auch anderswo) immer ein Risiko. Wenn das Line-up nicht zu 100 % überzeugt, kämpfen Veranstalter*innen um jeden Gast. Als Veranstalter*in muss man im Januar tief in die Trickkiste greifen. Mit bloßen Getränke-Specials lockt man niemanden mehr hervor. Was würde euch überzeugen, im Januar eine Party zu besuchen? Ist ein großer Headliner Grund genug für ein Ticket, oder braucht es neue Konzepte?

Verantwortung im Nachtleben

Wir vom Eventteam des Kleinviehs sind absolute Fans von Sober Raves und dem Dry January! Natürlich wissen wir, dass für viele Drogen und Alkohol zum Nachtleben dazugehören – und ja, wir verdienen mit dem Ausschank unser Geld. Umso genauer haben wir während der Veranstaltungen ein Auge auf unsere Gäste. Nicht jeder kennt seine Grenzen.

Passt bitte aufeinander auf! Seid lieb zueinander und wendet euch im Zweifelsfall unbedingt an das Awareness Team, die Security oder auch an den nächsten Barkeeper.

Wie ist eure Meinung zum Dry-January und Sober Rave? Zieht ihr es knallhart durch oder genehmigt ihr euch doch mal die ein oder andere Ausnahme?

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  1. Ich begrüße das. Ich selbst starte immer mit dem Auto in die Nacht, lieber trinke ich nichts bzw. dann alkoholfreies…